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Reisebericht November 2011: Tatkräftige Hilfe in politisch unsicheren Zeiten

vom 16. November 2011

50.000 Euro für die Müllkinder von Kairo – Vereinsmitglieder überbringen Spenden

Im Salam Center werden junge Menschen in vielfältiger Weise unterrichtet und gefördert. Hier werden Schülerinnen und Schüler für die Arbeit in der häuslichen Pflege geschult und auf den achtsamen Umgang mit den ihnen anvertrauten kranken oder älteren Menschen vorbereitet. Foto: Heribert Frieling

Kairo/Neuwied. Eigentlich hatten sie bereits Anfang März nach Kairo fahren wollen, hatten ihre alljährliche Fahrt in die ägyptische Hauptstadt aufgrund der politischen Umwälzungen im Lande aber verschoben. Anfang November nun haben die Mitglieder des Vereins „Die Müllkinder von Kairo e.V.“ ihre Reise nachgeholt und ihre Partner im Müllgebiet von Ezbeth el Nakl besucht. Hier unterstützt der Neuwieder Verein seit Jahren eine koptische (und damit christliche) Ordensgemeinschaft, die sich um die Gesundheitsversorgung der Menschen und um die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen kümmert. Therese Schneider, die Vorsitzende des Vereins, und ihre Mitstreiter hatten auch diesmal wieder 50.000 Euro Spendengelder mit dabei.

Der klassische Tourist spürt von den Veränderungen im Lande nichts. Er mag sich über die vielen Spruchbänder und Plakate wundern, mit denen die Kandidaten von mehreren Dutzend Parteien für sich werben. Ende November nämlich wird ein neues Parlament gewählt. Viele aufgeklärte und westlich orientierte Ägypter und die überwältigende Mehrheit der koptischen Minderheit im Lande befürchten, dass Moslembrüder und Salafisten zusammen die Wahl gewinnen und schlimmstenfalls einen islamistischen Staat nach iranischem Vorbild gründen könnten.

Natürlich wird der Verein „Die Müllkinder von Kairo e.V.“ seine Unterstützung für das Salam Center und die dort tätigen Schwestern allen politischen Veränderungen zum Trotz fortführen. Trotzdem wird das große Projekt, das man sich gemeinsam für die nächsten Jahre vorgenommen hat, nämlich der Bau einer zweiten Schule, zurückgestellt. Stattdessen werden die 50.000 Euro aus Neuwied nun in den Bau eines Mutter-Kind-Heimes investiert, das die koptische Gemeinschaft am Rande des Müllgebietes bauen wird.

Am Projekt einer neuen Schule „werden wir auf alle Fälle festhalten“, berichtet Therese Schneider; denn mittlerweile werden an der Mahaba School im Müllgebiet von Ezbeth el Nakl mehr als 2.600 Mädchen und Jungen unterrichtet. Und das in einem Gebäude, das ursprünglich (nämlich vor gut 20 Jahren) einmal für 700 Schülerinnen und Schüler geplant war.

Die 50.000 Euro sind in den zurückliegenden anderthalb Jahren zusammen gekommen durch Benefizveranstaltungen wie das Konzert mit dem weltweit bekannten Pianisten Martin Stadtfeld, durch Spenden von Einzelpersonen oder Firmen. Dieses Geld bringen Mitglieder des Vereins einmal im Jahr persönlich nach Kairo, wobei sie ihre Reise natürlich aus eigener Tasche bezahlen. Vor Ort prüfen sie, ob die Gelder aus dem Vorjahr vereinbarungsgemäß investiert worden sind und legen gemeinsam mit den Verantwortlichen im Salam Center fest, welche neuen Maßnahmen damit finanziert werden sollen. So ist gewährleistet, dass jeder Euro Spendengeld zu 100 Prozent den Menschen und insbesondere den Kindern im Müllgebiet von Ezbeth el Nakl zugute kommt. – Wer „Die Müllkinder von Kairo e.V.“ finanziell unterstützen möchte, kann dies tun mit einer Spende auf das Konto Nr. 26 212 258 bei der Sparkasse Neuwied (BLZ 574 501 20).

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